6. Februar 2022 / Aus aller Welt

Genitalverstümmelung gefährdet 20.000 Mädchen in Deutschland

Es ist in einigen Ländern eine grausame Tradition - Mädchen werden an den Genitalien beschnitten. Auch in Deutschland gebe es Probleme, warnt eine Hilfsorganisation.

Eine Frau wird in einem Berliner Krankenhaus aufgrund schwerer Folgen einer Genitalverstümmelung behandelt.
von dpa

Mit der globalen Migration verbreitet sich die grausame Tradition der Genitalverstümmelung an Mädchen und Frauen zunehmend auch in Europa. Schätzungen zufolge leben in Deutschland rund 75.000 Betroffene, fast 20.000 Mädchen gelten als gefährdet.

Um ihnen zu helfen, hat das Kinderhilfswerk Plan jetzt ein Handbuch über Genitalverstümmelung herausgebracht. «Die Beschneidung der weiblichen Genitalien ist eine massive Menschenrechtsverletzung», sagte Plan-Sprecherin Kathrin Hartkopf. «Die betroffenen Mädchen und Frauen dürfen nicht alleingelassen werden. Um sie zu erreichen, müssen sie wissen, dass es bei uns in Deutschland Beratung und Hilfe gibt.»

Papst Franziskus bezieht klar Stellung

Die Wenigsten wissen, dass es für sie Anlaufstellen gibt. «Aufklärung ist hier absolut notwendig», sagte Referentin Edell Otieno-Okoth. Das leicht verständliche und handliche Nachschlagewerk veranschauliche alle Aspekte der weiblichen Genitalverstümmelung und informiere über Hilfsangebote. Seit 2003 setzt sich Plan International in mehreren Ländern Afrikas gegen weibliche Genitalverstümmelung ein, unter anderem in Ägypten, Äthiopien, Burkina Faso, Guinea, Guinea-Bissau, Mali und Sierra Leone. So hilft die Kinderrechtsorganisation beim Aufbau von Beratungsstellen und sorgt für alternative Einkommensquellen für ehemalige Beschneiderinnen.

Auch Papst Franziskus verurteilte die Praktik, die «die Frauen entwürdigt und die körperliche Gesundheit sehr gefährdet», wie das Oberhaupt der katholischen Kirche nach dem Angelus-Gebet am Sonntag vor Gläubigen auf den Petersplatz sagte. Zudem erinnerte er daran, dass am Dienstag ein Gebetstag für die Opfer von Menschenhandel sei, der vor allem Frauen betreffe. Vor diesen zwei Übeln «drücke ich meinen Schmerz aus und fordere die Verantwortlichen zu einem entschiedenen Vorgehen auf, um die Ausbeutung und die entwürdigenden Praktiken zu verhindern, die vor allem Frauen und Mädchen treffen».


Bildnachweis: © picture alliance / dpa
Copyright 2022, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Übersicht über aktuelle Baustellen
Stadt Verl

Wann, wo und wie lange? Hier finden Sie Informationen über aktuelle Verkehrsbaustellen im Stadtgebiet. So können Sie...

weiterlesen...
Spielgruppenplätze für das neue Kitajahr
Aktueller Hinweis

Ab morgen (01.05.) werden Anmeldungen entgegen genommen

weiterlesen...

Neueste Artikel

Mindestens 22 Tote nach Stürmen in den USA
Aus aller Welt

Extremes Wetter gibt es wegen der Klimakrise immer häufiger. In den USA endet das «Memorial Day Weekend» für Menschen in etlichen Bundesstaaten katastrophal.

weiterlesen...
Dürre in Afrika: Namibia erklärt Ausnahmezustand
Aus aller Welt

In zahlreiche Ländern im südlichen Afrika bleibt der Regen aus. Jetzt schlägt auch Namibia Alarm.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Mindestens 22 Tote nach Stürmen in den USA
Aus aller Welt

Extremes Wetter gibt es wegen der Klimakrise immer häufiger. In den USA endet das «Memorial Day Weekend» für Menschen in etlichen Bundesstaaten katastrophal.

weiterlesen...
Dürre in Afrika: Namibia erklärt Ausnahmezustand
Aus aller Welt

In zahlreiche Ländern im südlichen Afrika bleibt der Regen aus. Jetzt schlägt auch Namibia Alarm.

weiterlesen...