22. Juni 2020 / Aus dem Rathaus

Quarantänemaßnahmen in Verl

Stadt richtet in Sürenheide umfassenden Quarantänebereich ein

Die Stadt Verl hat ihre Kontrollmaßnahmen zur Einhaltung der Quarantäne im Bereich Grillenstraße, Libellenstraße und Zollhausweg in Sürenheide am Samstag noch einmal deutlich verstärkt. Per Allgemeinverfügung der Stadt wurden alle Bewohnerinnen und Bewohner der Mehrfamilienhäuser, in denen Werkvertragsarbeiterinnen und -arbeiter der Firma Tönnies untergebracht sind, unter Quarantäne gestellt – auch wenn sie nicht zu den Tönnies-Beschäftigten gehören. Am Nachmittag wurde der gesamte Bereich abgeriegelt und als Quarantänezone eingerichtet.

In den betroffenen Häusern leben insgesamt knapp 670 Menschen. Ein großer Teil arbeitet als Werkvertragsarbeiter bei Tönnies, aber natürlich nicht alle Bewohnerinnen und Bewohner. Doch die Menschen leben Tür an Tür, zum Teil sogar in der gleichen Wohnung. Eine Durchmischung, die für die weitere Ausbreitung des Virus eine große Gefahr darstellt. „Uns ist bewusst, dass wir mit der generellen Quarantäne tief in das Leben der dort lebenden Menschen eingreifen, auch wenn sie ganz woanders arbeiten und außer der Nachbarschaft keine Berührungspunkte mit der Firma Tönnies haben“, sagt Bürgermeister Michael Esken. „Aber wir müssen alles tun, um die weitere Verbreitung des Virus so weit wie möglich zu reduzieren. Dazu ist die strikte Einhaltung der Quarantäne unerlässlich“, betont er. Allein von den Bewohnerinnen und Bewohnern am Zollhausweg sind bislang (Stand 19. Juni) 78 positiv auf das Coronavirus getestet worden. Am Sonntag wird das Kreisgesundheitsamt nun bei allen Bewohnerinnen und Bewohnern der genannten Adressen, bei denen noch kein Test durchgeführt wurde, einen Rachenabstrich nehmen, um festzustellen, ob eine Infektion vorliegt.

Um die Versorgung der Menschen während der Quarantäne sicherzustellen, arbeitet die Stadt Verl mit dem Deutschen Roten Kreuz zusammen. Das DRK stellt für die ersten beiden Tage Lunchpakete und Getränke zur Verfügung. „Für Familien mit kleinen Kindern werden, falls erforderlich, auch Hygieneartikel wie zum Beispiel Windeln bereitgestellt. „Die Menschen konnten sich ja nicht auf die Quarantäne vorbereiten. Deshalb muss die Versorgung natürlich sichergestellt werden“, sagt Esken. Für die weiteren Tage wird ebenfalls mit Unterstützung des DRK ein Versorgungszentrum mit Lebensmitteln und Hygieneartikeln für den täglichen Bedarf innerhalb des Quarantänebereichs eingerichtet. Auch für die Tönnies-Mitarbeiter werde eine Verpflegung bereitgehalten. „Das ist zwar Aufgabe der Firma Tönnies, die das auch zugesagt hat. Aber falls das nicht reibungslos laufen sollte, können wir einspringen.“ Der Zollhausweg wurde bewusst komplett abgesperrt, damit sich die Menschen zumindest innerhalb des Quarantänebereichs auch draußen bewegen können. „Vor allem mit Blick auf die angekündigten sommerlichen Temperaturen in der nächsten Woche muss die Möglichkeit bestehen, sich auch an der frischen Luft aufzuhalten“, sagt der Bürgermeister. Um die Familien mit Kindern werde sich das Jugendamt kümmern. In den betreffenden Häusern leben 60 Kinder und Jugendliche, 20 von ihnen unter drei Jahren. 

 

Wer nur aus Sicherheitsgründen unter der allgemeinen Quarantäne steht und einer Arbeit nachgeht, erhält von der Stadt eine Ausnahmegenehmigung, um zu seinem Arbeitsplatz zu kommen. Gleiches gilt für dringende Arztbesuche. Für Tönnies-Beschäftigte, die infiziert sind oder bei denen der Verdacht einer Infektion besteht, hat die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe ein Corona-Behandlungszentrum auf dem Werksgelände der Firma Tönnies aufgebaut. Im Bedarfsfall werden Tönnies-Beschäftigte aus ihren Wohnungen direkt dorthin gefahren und zurückgebracht.

Über Aushänge und Handzettel, auch auf Rumänisch, Polnisch und Bulgarisch, werden die Bewohnerinnen und Bewohner der betroffenen Häuser über die Maßnahmen informiert. Weiterhin rund um die Uhr vor Ort ist ein Sicherheitsdienst, den die Stadt beauftragt hat. Auch auch die weiteren Unterkünfte von betroffenen Werkvertragsarbeiterinnen und -arbeitern im Stadtgebiet werden in unregelmäßigen Abständen kontrolliert, um die Einhaltung der Quarantäneanordnungen zu überprüfen. Im Hintergrund arbeitet ein Bereitschaftsdienst, der – soweit erforderlich – bei Verstößen unverzüglich ordnungsrechtliche Bescheide veranlassen kann.

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