6. Januar 2022 / Aus aller Welt

Feinstaub trug 2019 zu 1,8 Millionen Todesfällen bei

Etwa 2,5 Milliarden Menschen sind einer Feinstaubbelastung ausgesetzt. Eine Modellierungsstudie aus den Vereinigten Staaten zeigt nun, wie gefährlich die winzigen Teilchen sind.

Das Zentrum von Seoul in einem grauen Dunst, der durch Feinstaub verursacht wird.
Veröffentlicht am 6. Januar 2022 um 12:33 Uhr von dpa

Luftverschmutzung in Städten verursacht laut zwei internationalen Studien verheerende Gesundheitsschäden.

Hohe Feinstaubbelastung habe demnach im Jahr 2019 zu etwa 1,8 Millionen Todesfällen weltweit beigetragen, heißt es in einer im Fachmagazin «Lancet Planetary Health» veröffentlichten Modellierungsstudie.

Etwa 2,5 Milliarden Menschen in Städten weltweit seien einer Feinstaubbelastung ausgesetzt, die über den von der Weltgesundheitsorganisation WHO empfohlenen Grenzwerten liegt. Das seien rund 86 Prozent aller in Städten lebenden Menschen, heißt es in der Studie. Ausgewertet wurden für die Berechnung demnach Daten aus rund 13.000 Städten weltweit zur Belastung mit Feinstaubpartikeln kleiner als 2,5 Mikrometer.

Hohe Feinstaubbelastung kann vorzeitigen Tod verursachen

Diese winzigen Teilchen können tief in die Atemwege eindringen und etwa die Lunge nachhaltig schädigen. Studien zufolge kann eine hohe Feinstaubbelastung einen vorzeitigen Tod verursachen, beispielsweise infolge von Herz- und Atemwegserkrankungen, Lungenkrebs und Infektionen der unteren Atemwege.

Eine zweite Studie vom gleichen Autorenteam kommt zu dem Schluss, dass allein 2019 weltweit rund 1,85 Millionen neu aufgetretene Fälle von Asthma bei Kindern auf eine hohe Stickstoffdioxid-Belastung zurückzuführen sind, zwei Drittel davon träten in Städten auf. Stickstoffdioxid entsteht bei Verbrennungsprozessen, etwa in Motoren, hohe Konzentrationen werden an vielbefahrenen Straßen erreicht.

Luftqualität in Städten muss dringend verbessert werden

Der Anteil der Asthmaerkrankungen bei Kindern, die auf Stickstoffdioxid-Belastung in Städten zurückgeführt werden kann, sei zuletzt gesunken, erklärten die Forschenden. Grund dafür seien möglicherweise strengere Luftverschmutzungsvorschriften in reicheren Ländern. Beide Studien zeigten dennoch, wie dringend die Luftqualität in Städten verbessert werden müsse, hieß es weiter.


Bildnachweis: © YNA/dpa
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