Bei einem Großbrand in einem Gewerbeareal in Hamburg sind am frühen Sonntagmorgen mehrere Lagerhallen in Flammen aufgegangen. Dabei entstand im Stadtteil Rothenburgsort eine riesige Rauchwolke, die stadteinwärts zog. «Die Hamburger Innenstadt ist komplett verdunkelt», sagte ein Feuerwehrsprecher am Morgen. Verletzt wurde nach ersten Erkenntnissen niemand. Die Feuerwehr warnte jedoch vor dem Rauch, forderte Anwohner auf, Fenster und Türen geschlossen zu halten sowie Klimaanlagen und Lüftungen auszuschalten. In einer amtlichen Warnung hieß es, die Bevölkerung «kann durch Rauchgase und chemische Bestandteile in der Atemluft aufgrund eines Brandes beeinträchtigt werden». Der Bahnverkehr von Hamburg in Richtung Osten wurde während der Löscharbeiten teilweise eingestellt. Wie es in der Osternacht gegen halb fünf morgens zu dem Großbrand kam oder was sich genau in den brennenden Lagerhallen befand, konnte die Feuerwehr zunächst nicht sagen. Beim Eintreffen der Feuerwehr standen den Angaben zufolge mehrere im Freien abgestellte Fahrzeuge, Waschmaschinen und anderes Lagergut in Flammen und das Feuer griff bereits auf das Gebäude eines Lagerhallenkomplexes über. Außerdem platzten auf dem Gelände des Autohofs mehrere sogenannte IBC-Container. In ihnen lagerten brennbare Flüssigkeiten. Um was für Chemikalien es sich genau handelte, blieb zunächst unklar. Da der Wind eine riesige Rauchwolke über weite Teile der Hamburger Innenstadt trieb und nicht bekannt war, was alles in dem Lagerhallenkomplex und der Freifläche mit einer Größe von etwa 17 000 Quadratmetern gelagert war, sei gegen 7.30 Uhr über das Modulare Warnsystem MOWAS die höchstmögliche Warnstufe «extreme Gefahr» für weite Teile Hamburgs ausgelöst worden. Zudem sei ein Hostel in der Nähe des Brandorts geräumt worden. Insgesamt 39 Menschen wurden den Angaben zufolge an der Feuerwehrakademie in Billbrook untergebracht. Gegen 13.00 Uhr gab die Polizei dann vorsichtig Entwarnung. Die offizielle Warnung bleibe zwar bestehen, aber «derzeit werden keine erhöhten Messwerte festgestellt», teilte das Lagezentrum mit. Nach Angaben der Feuerwehr hatten umfangreiche Messungen des Umweltdienstes und der Analytischen Taskforce der Technik- und Umweltschutzwache sowie von Spezialkräften der Freiwilligen Feuerwehr im Stadtgebiet keine gefährlichen oder gesundheitsschädlichen Konzentrationen von Brandgasen in der Atemluft gezeigt. «Das ist ein wirklich außergewöhnlicher, schwieriger Einsatz», sagte ein Feuerwehrsprecher vom Einsatzort der Deutschen Presse-Agentur. Er ging davon aus, dass die Löscharbeiten, an denen rund 220 Einsatzkräfte beteiligt waren, noch den ganzen Tag andauern. Erst danach könne die Polizei mit Brandermittlungen beginnen. Zunächst durfte der Brandbereich wegen der starken Rauchentwicklung nur mit Atemschutzmasken betreten werden. Rothenburgsort liegt östlich der Innenstadt an der Norderelbe und grenzt unter anderem an die Hafencity. Das Feuer hatte auch Auswirkungen auf den Bahnverkehr. Nach Angaben der Deutschen Bahn wurde der Zugverkehr zwischen Hamburg und Büchen (Schleswig-Holstein) wegen des Feuers in unmittelbarer Gleisnähe über mehrere Stunden eingestellt. Das wiederum hatte zur Folge, dass alle IC-, EC- und ICE-Züge zwischen Hamburg und Berlin umgeleitet werden mussten und sich um etwa 60 Minuten verspäteten. Die Halte in Hamburg-Bergedorf, Büchen, Ludwigslust und Wittenberge entfielen den Angaben zufolge. IC- und ICE-Züge zwischen Hamburg und Rostock fielen ganz aus. Für die ebenfalls gesperrte S-Bahn-Strecke zwischen Berliner Tor und Billwerder-Moorfleet war ein Ersatzverkehr eingerichtet worden.Am Mittag kommt die vorsichtige Entwarnung
Auswirkungen auf den Bahnverkehr
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Großfeuer-Rauchwolke verdunkelt Hamburger Innenstadt
Mehrere Lagerhallen sind bei einem Großbrand in Hamburg in Flammen aufgegangen. Der Wind treibt eine riesige Rauchwolke in Richtung Innenstadt. Für weite Teile der Stadt gilt «extreme Gefahr».
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