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Frühlingsfest verdreifacht die Passantenzahl in der Innenstadt

Wie viele Menschen sind an einem normalen Tag in Verl unterwegs? Und welche Anziehungskraft hat im Vergleich dazu eine Veranstaltung wie das Frühlingsfest „Verl dreht am Rad“ am 19. Mai? Das wollte die Stadtverwaltung wissen und hat daher erstmals die Besucherfrequenz messen lassen. An vier Punkten an der Paderborner Straße (Höhe Herrenmoden Hagemann), Wilhelmstraße (Neue Apotheke), Bahnhofstraße (Standesamt) und Gütersloher Straße (Juwelier Brintrup) wurden Fußgänger und Fahrradfahrer gezählt.

Das Ergebnis: Während des Festsonntags waren dreimal so viele Menschen in Verl unterwegs als am Referenztag unter der Woche. Von 11 bis 18 Uhr waren es am 19. Mai 10.526 Passanten. Zwischen 13 und 18 Uhr, also in der Zeit des verkaufsoffenen Sonntags im Rahmen des Festes, wurden insgesamt 9.400 Passanten gezählt.

Zum Vergleich: Am Referenztag unter der Woche – einem Dienstag – ergab die Zählung 4.788 Passanten zwischen 9 und 18 Uhr. Im Zeitraum 13 bis 18 Uhr waren es 3.087 Passanten. „Die Zahlen zeigen sehr deutlich, wie wichtig Stadtfeste mit verkaufsoffenen Sonntagen für unsere Stadt und unseren Einzelhandel sind. Deshalb bin ich sehr froh, dass wir gemeinsam mit der Verler Werbegemeinschaft dieses Fest trotz der knappen Zeit hinbekommen haben“, sagt Bürgermeister Michael Esken mit Blick auf die Klagen der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi gegen verkaufsoffene Sonntage. Den größten Unterschied zum Referenztag unter der Woche verzeichnete am 19. Mai der Zählpunkt an der Ecke Hauptstraße/Wilhelmstraße. Dienstags wurden dort in der gesamten Zeit durchschnittlich 90,4 Passanten pro Stunde registriert, am Sonntag dagegen 396,9 pro Stunde.

Zwischen den Zählpunkten gab es indes keine klare Abstufung der Frequenzen. „Dies ist darauf zurückzuführen, dass es eine zu anderen Städten vergleichsweise große Ausdehnung und Streuung der Attraktionen gibt. Das ist positiv und sollte weiter ausgebaut werden. Die Besucherströme gelangen somit in alle Bereiche des Frühlingsfestes und entdecken die Attraktionen“, meint Patrick Dalkmann vom Stadtmarketing. Die Zählung hat aber noch einige interessante Aspekte mehr zum Vorschein gebracht. So sind unter der Woche vormittags vor allem ältere Menschen unterwegs, die die verkehrsschwächere Zeit nutzen, um Besorgungen zu machen (zum Beispiel Apothekenbesuche).

Mittags ist der Schülerverkehr prägnant. Nachmittags wurde dann eine deutliche Frequenzerhöhung durch alle Altersgruppen und somit eine spürbare Belebung beobachtet. Zwischen 16 und 18 Uhr waren vornehmlich Familien zusammen unterwegs oder auch Jugendliche. Deutlich zu beobachten war für die Zählerinnen und Zähler, dass die Menschen in Verl ihre Ziele gerne direkt mit dem Auto ansteuern. Das liegt sicherlich auch daran, dass es viele Stellplätze gibt und dasParken kostenlos ist. „In Innenstädten wie zum Beispiel Gütersloh oder Salzkotten sind deutlich weniger Menschen mit dem Auto unterwegs. Dort wird meist an einem zentralen Ort geparkt, um mehrere Besorgungen zu erledigen“, stellt Dr. Thomas Schwarze, Geschäftsführer des mit der Frequenzzählung beauftragten Unternehmens bdS (Münster), fest. Schlendern sei in Verl jedoch nicht gerade in.  

Genau hier setzen die Werbegemeinschaft und das Stadtmarketing in Verl mit der Ausweitung der Straßensperrungen an Aktionstagen bereits an, um zumindest zeitweise Strukturen zum Verweilen zu schaffen, die förderlich für die „Lust am Schlendern“ sind. „Denn die Angebote der Händlerinnen und Händler können so viel besser wahrgenommen werden“, betont Patrick Dalkmann. Die Ergebnisse der Zählung werden auf jeden Fall in die Planung zukünftiger Feste und Veranstaltungen einfließen.

Werbegemeinschaft und Stadtverwaltung hoffen, dass bei den nächsten Stadtfesten der Radius wieder größer ist und sonntags auch die Geschäfte öffnen dürfen, die diesmal geschlossen bleiben mussten. Das ließe sicher auch die Besucherfrequenz noch weiter steigen.

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