28. Juli 2021 / Aus aller Welt

Erdüberlastungstag 2021 bereits am 29. Juli

Ende des Monats hat die Menschheit so viel Natur verbraucht, wie alle Ökosysteme in diesem Jahr erneuern können. Hoffnungsschimmer, dass infolge der Pandemie weniger CO2 ausgestoßen wird, sind erloschen.

Ein Eimerkettenbagger im Tagebau Vereinigtes Schleenhain (Symbolbild). Laut Germanwatch wird die Erde ab dem 29. Juli übernutzt - «wir nehmen ihr Ressourcen, die sie in diesem Jahr nicht m...
Veröffentlicht am 28. Juli 2021 um 12:57 Uhr von dpa

Der weltweite Ressourcenverbrauch nähert sich nach Schätzungen von Wissenschaftlern wieder dem Stand vor Beginn der Corona-Pandemie an.

Das geht aus Berechnungen des Global Footprint Networks mit Sitz in den USA und der Schweiz hervor. Demzufolge liegt der sogenannte Erdüberlastungstag in 2021 auf diesem Donnerstag (29.7.). «Ab dem 29. Juli übernutzen wir die Erde also – wir nehmen ihr Ressourcen, die sie in diesem Jahr nicht mehr regenerieren kann», sagte der Sprecher der Organisation Germanwatch, Steffen Vogel, der Deutschen Presse-Agentur.

Im Vorjahr fiel der «Erdüberlastungstag» den Berechnungen zufolge auf den 22. August, mehr als drei Wochen später als 2019 - damals war er schon am 26. Juli erreicht. «Das ist tatsächlich eine Auswirkung von Corona gewesen», sagte Rolf Buschmann vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) der dpa. So seien vor allem in den ersten Wellen der Pandemie deutlich weniger Ressourcen verbraucht worden. «Und das hat viel damit zu tun, dass wir im Lockdown waren.»

Für Germanwatch-Sprecher Vogel bestätigen die Berechnungen die Befürchtung, dass die Emissionen nach dem Höhepunkt der Pandemie wieder rapide hochspringen. «Dieser Effekt ist drastisch: Um 6,6 Prozent, so die Prognose des Global Footprint Network, steigen die CO2-Emissionen dieses Jahr an», sagte er. Parallel werde wichtige Biokapazität in Wäldern vernichtet. «Vor allem der Amazonas-Regenwald wird aktuell im Rekordtempo zerstört».

Nach Informationen der Organisation WWF lag der sogenannte Erdüberlastungstag vor 20 Jahren noch im September. Heutzutage gehen demnach knapp 60 Prozent des ökologischen Fußabdrucks der Menschheit auf den Ausstoß von Kohlenstoff zurück. «Das können wir ändern, indem wir zügig unsere Wirtschaft hin zu einer nachhaltigen, kreislaufbasierten und kohlenstofffreien Produktionsweise umgestalten. Deutschland kann das», so WWF-Naturschutzvorstand Christoph Heinrich.

Laut der Analyse des Global Footprint Networks war hierzulande der nationale Erdüberlastungstag bereits Anfang Mai erreicht. «Wenn alle Länder so wirtschaften würden wie Deutschland, bräuchten wir nicht einen, sondern knapp drei Planeten», betonte Germanwatch-Sprecher Vogel. «Unsere Lebens- und Wirtschaftsweise ist alles andere als nachhaltig.»


Bildnachweis: © Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa
Copyright 2021, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Rollator-Club trifft sich am 14. und 28. August
Stadt Verl

Unter dem Motto „Bewegung ist die beste Medizin“ trifft sich regelmäßig an jedem 2. und 4. Freitag im Monat der...

weiterlesen...
Gesprächskreis „Vergissmeinnicht“ am 18. August
Stadt Verl

Der offene Gesprächskreis „Vergissmeinnicht“ für pflegende Angehörige von Menschen mit Demenz trifft sich das...

weiterlesen...
Bürgerservice in den Sommerferien samstags geschlossen
Stadt Verl

Der Bürgerservice der Stadt Verl bleibt in den Sommerferien samstags geschlossen. Der letzte geöffnete Samstag vor den...

weiterlesen...

Neueste Artikel

Lage bei Monschau spitzt sich zu - Waldbrand rückt näher
Aus aller Welt

Der Brand ist nur noch etwa drei Kilometer von der deutschen Grenze entfernt. Die Stadt bittet rund 5.000 Menschen, sich auf eine Evakuierung vorzubereiten.

weiterlesen...
Brand im Hohen Venn: Monschau bereitet Evakuierungen vor
Aus aller Welt

Monschau bereitet sich auf die mögliche Evakuierung wegen eines Waldbrandes auf belgischer Seite vor. Die deutsche Stadt in Grenznähe plant Notunterkünfte. Im Hürtgenwald entspannt sich die Lage.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Lage bei Monschau spitzt sich zu - Waldbrand rückt näher
Aus aller Welt

Der Brand ist nur noch etwa drei Kilometer von der deutschen Grenze entfernt. Die Stadt bittet rund 5.000 Menschen, sich auf eine Evakuierung vorzubereiten.

weiterlesen...
Brand im Hohen Venn: Monschau bereitet Evakuierungen vor
Aus aller Welt

Monschau bereitet sich auf die mögliche Evakuierung wegen eines Waldbrandes auf belgischer Seite vor. Die deutsche Stadt in Grenznähe plant Notunterkünfte. Im Hürtgenwald entspannt sich die Lage.

weiterlesen...