5. Mai 2024 / Aus aller Welt

Insektenforscher entdecken längst ausgestorbene Wespe

Forscher aus Deutschland und Frankreich haben einen rund 100 Millionen Jahre alten Bernstein untersucht - und dabei einen besonderen Fund gemacht.

Insektenforscher haben eine bislang unbekannte Wespenart in einem 100 Millionen Jahre altem Bernstein entdeckt.
Veröffentlicht am 5. Mai 2024 um 05:15 Uhr von dpa

Insektenforscher haben eine bislang unbekannte Wespenart in einem 100 Millionen Jahre alten Bernstein entdeckt. «Es ist ein langes gesuchtes Puzzleteil, das uns hilft, die Stammesgeschichte dieser heute nahezu weltweit verbreiteten Wespengruppe zu verstehen», erklärte Volker Lohrmann vom Übersee-Museum Bremen, der die Wespe im Fachblatt «Insects» zusammen mit französischen Kollegen beschreibt. «Die heutigen Verwandten lassen sich weltweit finden, auf allen Kontinenten abgesehen von der Antarktis. Auch bei uns gibt es sogenannte Plattwespen, von denen manche sogar als Nützlinge zur biologischen Schädlingsbekämpfung eingesetzt werden.»

Ein privater Sammler aus Niedersachsen hatte den Bernstein aus der Kreidezeit im Norden Myanmars entdeckt und der Forschung zur Verfügung gestellt. «Es ist relativ kompliziert, einen kleinen Bernstein zu untersuchen, weil man hochauflösende Mikroskope braucht», sagte Lohrmann. Doch weil Bernstein oft durchsichtig ist, können Fossilien von allen Seiten lichtmikroskopisch untersucht werden. «Um herauszufinden, um was für eine Wespe es sich handelt, gleichen wir das Fossil dann mit der wissenschaftlichen Literatur ab. Wir müssen herausfinden: Handelt es sich eigentlich um ein neues Insekt oder kennen wir es vielleicht schon seit Jahren?»

Die Wissenschaftler stellten nach eigenen Angaben fest, dass es sich um eine Wespenart einer bislang unbekannten Gattung handelt. Das Fossil der Art Hukawngepyris setosus sei fast doppelt so alt wie die bislang ältesten Vertreter der Plattwespen.

Wo die Wespe damals verbreitet war, wann und warum sie ausstarb, wissen die Forscher nicht. «Darüber können wir tatsächlich gar nichts sagen, weil dieser Fund ein Einzelfund ist», sagte Lohrmann. Doch das Fossil helfe einen Eindruck zu bekommen, wie die Welt vor rund 100 Millionen Jahren ausgesehen hat. «Für die Wissenschaft ist Bernstein ein einmaliges Fenster in die Vergangenheit.»


Bildnachweis: © Brazidec et al. 2024 Insects, 15/Übersee-Museum/dpa
Copyright 2024, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Übersicht über aktuelle Baustellen im Stadtgebiet
Stadt Verl

Wann, wo und wie lange? Hier finden Sie Informationen über aktuelle Verkehrsbaustellen im Stadtgebiet. So können Sie...

weiterlesen...
Nächster Hobbymarkt am 10. Oktober
Stadt Verl

Der erste Samstag im Monat gehört traditionell dem Hobbymarkt. Im Oktober fällt dieser Termin allerdings auf einen...

weiterlesen...
Gartenabfallannahme: Zusätzliche Zeiten und kostenlose Laubabgabe
Stadt Verl

Herbstzeit ist Laubzeit: Wenn sich die Blätter in den Gärten und auf den Grundstücken sammeln, bietet die Stadt Verl...

weiterlesen...

Neueste Artikel

München darf Vergabepraxis für Wiesn-Zelte beibehalten
Aus aller Welt

Über Monate wurde erbittert gestritten, wie die lukrativen Wiesn-Festzelte vergeben werden - und ob dabei nicht europäisches Recht angewendet werden müsste. Nun gab es die finale Entscheidung.

weiterlesen...
Nach milden Tagen bringt Tief «Irima» Regen
Aus aller Welt

Das Wochenende wird nass und kühler. In der neuen Woche steigen die Temperaturen wieder, doch schon zur Wochenmitte kündigen sich neue Tiefausläufer an.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

München darf Vergabepraxis für Wiesn-Zelte beibehalten
Aus aller Welt

Über Monate wurde erbittert gestritten, wie die lukrativen Wiesn-Festzelte vergeben werden - und ob dabei nicht europäisches Recht angewendet werden müsste. Nun gab es die finale Entscheidung.

weiterlesen...
Nach milden Tagen bringt Tief «Irima» Regen
Aus aller Welt

Das Wochenende wird nass und kühler. In der neuen Woche steigen die Temperaturen wieder, doch schon zur Wochenmitte kündigen sich neue Tiefausläufer an.

weiterlesen...