6. September 2021 / Aus aller Welt

Hungrige Affen überfallen Häuser auf Bali

Ohne Touristen geht das Futter aus: Hungrige Makaken werden auf Bali zum Problem. Die Parkleitung ruft zu Spenden auf. Sonst könnte es mit der guten Laune der Affen schnell vorbei sein.

Makaken fressen Bananen während der Fütterungszeit im Sangeh Monkey Forest.

Wegen Corona bleiben auf Bali die Touristen aus - und damit auch das Fressen für Hunderte Affen im Sangeh Monkey Forest im Zentrum der beliebten indonesischen Insel.

Immer häufiger würden hungrige Makaken deshalb Häuser in der Umgebung überfallen, um Futter zu finden, sagte Park-Manager Made Mohon am Montag der Deutschen Presse-Agentur.

Urlauber hätten zuvor regelmäßig große Mengen an Bananen und Erdnüssen an die zahmen Javaneraffen (auch Langschwanzmakaken genannt) verteilt. Damit lockten sie die Primaten auch für Fotos an: Die Tiere posieren als Gegenleistung für einen Imbiss nur zu gerne auf den Schultern oder im Schoß der Gäste. «Die Parkmitarbeiter geben den Affen immer noch Bananen und Maniok, aber ganz offensichtlich wollen sie Snacks von Touristen», so Mohon.

Zwar seien die Affen auch in der Vergangenheit gelegentlich in Häuser eingedrungen, aber seit dem Beginn der Corona-Pandemie und der Schließung der Touristenattraktion hätten sich die «Einbrüche» gehäuft. Mohon rief die Menschen zu Spenden auf: Es koste etwa 500.000 indonesische Rupien (30 Euro) täglich, um die 600 Makaken zu ernähren.

Auch appellierte er an die Behörden, zumindest eine begrenzte Zahl an Besuchern wieder in den 14 Hektar großen Wald zu lassen. «Wir befürchten, dass die Affen aggressiv werden, wenn sie für lange Zeit nicht mit Menschen interagieren.» Aus Uluwatu ganz im Süden von Bali meldeten Anwohner ebenfalls Überfälle von Makaken auf Wohnhäuser.

Im weltgrößten Inselstaat Indonesien liegt der wichtige Tourismussektor wegen der Pandemie komplett am Boden. Zuletzt hatten vor allem die Hauptinsel Java und die weltbekannte Urlaubsinsel Bali wegen der Ausbreitung der Delta-Variante mit schweren Corona-Wellen zu kämpfen. Der Lockdown wird erst langsam wieder gelockert.


Bildnachweis: © Firdia Lisnawati/AP/dpa
Copyright 2021, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Karnevalsverein trauert um Ehrenpräsident
Aus aller Welt

Nach einem Flugzeugabsturz und dem Tod eines Unternehmers und zwei weiteren Familienmitgliedern hängen die Fahnen in Köln auf Halbmast. Der 72-Jährige hatte sich im Karneval engagiert.

weiterlesen...
Jahrzehntelanges Warten auf den Thron: Charles ist König
Aus aller Welt

Mit dem Tod von Queen Elizabeth II. ist ihr Sohn Charles zum König geworden. Was bedeutet das für die britischen Royals und das Vereinigte Königreich?

weiterlesen...
Frau aus Uganda entwickelt Mückencreme aus saurer Milch
Aus aller Welt

Malaria und verdorbene Milch sind zwei große Probleme für Menschen in Uganda. Eine junge Frau hat das erkannt und daraus eine clevere Geschäftsidee entwickelt: Mückenschutzcreme aus Sauermilch.

weiterlesen...

Neueste Artikel

Mutter und Tochter im Westerwald angeschossen
Aus aller Welt

Im Westerwald werden Schüsse auf eine Mutter und ihre Tochter abgefeuert. Wenig später wird 90 Kilometer entfernt ein Mann an einem Kiosk erschossen. Die Polizei untersucht einen möglichen Zusammenhang.

weiterlesen...
Ukrainerin in Unterkunft getötet: Ehemann unter Mordverdacht
Aus aller Welt

Vor den Augen ihrer Kinder wird eine Ukrainerin in einer Berliner Flüchtlingsunterkunft getötet. Der Ehemann wird danach festgenommen.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Mutter und Tochter im Westerwald angeschossen
Aus aller Welt

Im Westerwald werden Schüsse auf eine Mutter und ihre Tochter abgefeuert. Wenig später wird 90 Kilometer entfernt ein Mann an einem Kiosk erschossen. Die Polizei untersucht einen möglichen Zusammenhang.

weiterlesen...
Ukrainerin in Unterkunft getötet: Ehemann unter Mordverdacht
Aus aller Welt

Vor den Augen ihrer Kinder wird eine Ukrainerin in einer Berliner Flüchtlingsunterkunft getötet. Der Ehemann wird danach festgenommen.

weiterlesen...